Promoting Landscape, Accessibility and Culture for Experiential and Sustainable Tourism | ITAT-46-019 | PC Interreg Italia-Austria 2021-2027
SILENTPLAY VICENZA
Die Tiere des Sees
Auf unserem Spaziergang haben wir festgestellt, dass wir nicht allein sind. Neben den Menschen beleben auch Bäume, Pflanzen und zahlreiche Tiere die Ufer des Sees. Wir fragen Riccardo nach dem magischsten Moment, um den Tieren und der lebendigen Welt des Sees zu begegnen.
Der Sonnenuntergang ist für mich die magischste Zeit des Tages. Dann ziehen sich die tagaktiven Tiere und Vögel langsam in ihre Schlafplätze zurück. Gleichzeitig beginnen jene Tiere, die sich während der heißen Stunden verborgen gehalten haben, ihre Verstecke zu verlassen. Doch sie erscheinen nur Schemenhaft. Das Licht ist bereits schwach, und oft nimmt man ihre Anwesenheit wahr, ohne genau erkennen zu können, um welches Tier es sich handelt. Außerdem sind viele von ihnen ausgesprochen scheu. Der Dachs und der Fuchs beispielsweise sind Meister darin, sich unbemerkt zu bewegen. Sie halten sich gern in der Nähe des Menschen auf, denn dort finden sie Nahrung. Gleichzeitig wissen sie aber auch, dass der Mensch ein Jäger ist. Deshalb vermeiden sie es sorgfältig, gesehen zu werden. Mit fortschreitender Nacht machen sich diese Tiere jedoch bemerkbarer. Da ist das scharfe, raue Bellen des Fuchses. Dann der geheimnisvolle Ruf des Waldkauzes, der beinahe an die düstere Klangkulisse eines Films erinnert. Oder der höhere Ruf der Steinkauz-Eule, die man hier Soeta nennt und deren Stimme bei vielen Menschen manchmal die Vorstellungen von einem nahenden Todesfall hervorruft. Die tagaktiven Vögel sind außerordentlich zahlreich. Ihre Gesänge sind viel melodischer und bilden geradezu kleine musikalische Landschaften. Zu den Vogelarten, die die Geschichte des Sees besonders geprägt haben, gehören der Drosselrohrsänger, verschiedene Rohrsängerarten und die Nachtigall, die oft auch in den Abendstunden zu hören ist. Ihre Gesänge verleihen diesem Ort einen ganz eigenen Klang. Die Schwäne hingegen wurden vor allem vom Menschen eingeführt. Man wollte den See verschönern – als ob dieser Ort nicht schon schön genug gewesen wäre. Der Mensch verspürt offenbar immer wieder das Bedürfnis, alles zu verschönern. Die Stockente ist heute die am weitesten verbreitete Entenart Europas und daher auch am See am häufigsten zu beobachten. Daneben gibt es jedoch viele weitere Enten und Wasservögel, die früher zahlreicher waren als heute. Und Gerade diese Vielfalt macht den Fimon-See zu einem Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung für den Naturschutz. Denn das Wohlergehen des Sees betrifft nicht nur diesen Ort selbst. Viele Vogelarten ziehen über weite Strecken, wandern von Region zu Region und sind auf sichere Rastplätze angewiesen – Orte, an denen sie Nahrung finden, sich fortpflanzen oder den Winter verbringen können.
