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SILENTPLAY VICENZA
Paolo Lioy
Ein bedeutender Besucher des Fimon-Sees war der Naturforscher Paolo Lioy, der im Jahr 1800 diese Gegend besuchte, um Zeugnisse der Uhreinwohner zu suchen.
An drei Orten suchte ich nach dem Geheimnis längst vergangener Zeiten: bei den Grancare, den Casette und der Wiese Pascolone.
Die Grundbesitzer zeigten sich – obwohl ich ihnen jeden entstandenen Schaden ersetzte – wenig geneigt, mir zu erlauben, in diesem beweglichen, torfigen Boden zu graben. War er einmal aufgewühlt, gewann er seine Festigkeit nur schwer zurück. So musste ich mich zunächst mit einigen kleinen Probegrabungen begnügen.
Nichts schien meine Nachforschungen zu begünstigen. Weder Fischer noch Bauern konnten mir Stellen nennen, an denen man beim Fischen oder bei der Feldarbeit auf Pfahlbauten gestoßen wäre.
Ich ließ an den Ufern des ehemaligen Sees mehrere Grabungen durchführen, an Orten, die mir besonders vielversprechend erschienen. Nicht ohne Mühe und erhebliche Kosten überwand ich dabei den Widerstand der Grundbesitzer. Als mir die ganze Unternehmung schließlich als verschwendete Zeit und vergeudetes Geld erschien, wollte ich meine Forschungen bereits aufgeben.
Da entdeckte ich endlich auf einer Wiese namens Pascolone die Überreste eines Pfahlbaus, dessen Spuren ich über viele Quadratmeter hinweg verfolgen konnte.
Die Pfähle standen in unterschiedlichem Abstand zueinander, manchmal auch in Gruppen. Ihre Spitzen reichten bis an die Erdoberfläche. Einer dieser Pfähle, der heute im Museum von Vicenza aufbewahrt wird, steckte tief im Lehm. Zwischen den Pfählen fand sich die archäologische Schicht voller Relikte aus alter Zeit.
Es war ein Gemisch aus Knochen, Scherben von Gefäßen, Zweigen, Schilfrohr, Waldfrüchten, Feuersteinen und anderen bearbeiteten Steinen, Holzstücken, Asche und Holzkohle. All diese Überreste, ob weggeworfen oder verloren, hatten sich einst unter Wasser angesammelt, als über ihnen die Hütten standen. Sie lagen auf dem alten Seegrund und wurden später selbst von weiteren Schichten bedeckt.
In der Nähe dieser Überreste fand ich im Schlamm ein Fragment einer kleinen, aus einem einzigen Stamm herausgearbeiteten Piroge. Die Spuren des Feuers, mit dessen Hilfe sie geformt worden war, waren noch deutlich zu erkennen.
Die einfachen Werkzeuge und Waffen bestanden aus Holz, Stein oder Knochen. Doch sie hatten ihre ursprüngliche Gestalt weitgehend verloren. Die wenigen Stücke, die geborgen werden konnten, bekamen Risse und zerfielen beinahe, sobald sie der Luft ausgesetzt wurden.
Dort lagen auch Haufen verkohlter Knochen von Hirschen und mächtigen Wildschweinen – Tiere, die weit größer gewesen sein müssen als die heute lebenden.
Die Pfahlbauten mit ihren Schichten aus Trümmern, Steinwerkzeugen, zerbrochenen Gefäßen und Speiseresten sind die Denkmäler, die vom prähistorischen Dorf am Fimon-See geblieben sind.
Doch wer waren seine Bewohner?
Woher kamen sie?
Und in welcher Zeit errichteten sie ihre einfachen Hütten?
Ich bin Anwohner des Fimon-Sees und hege eine große Leidenschaft für Paolo Lioy; ich habe sogar die ihm gewidmete Grundschule in Lapio besucht. Paolo Lioy entdeckte 1864 die ersten Pfahlbauten hier in den Tälern von Fimon, und seitdem nahmen die archäologischen Funde, die auch noch Ende des 19. Jahrhunderts und bis vor einigen Jahrzehnten gemacht wurden, stetig zu. Im Jahr nach der Entdeckung von 1864 erhielt Paolo Lioy einen Brief von einem Freund aus Padua, der ihn bat, ihn und ein paar Freunde zu seinen Fundstätten zu begleiten. Leider trafen sich die beiden damals nicht, doch aus dem anschließenden Briefwechsel ging hervor, dass die Freunde sehr zufrieden waren, diese Gegend zu sehen, die dieses so bedeutende Kulturerbe hervorgebracht hatte, und Lioy bedauerte sehr, dass er sie nicht begleiten konnte. Ich betrachte diesen Briefwechsel als den Beginn eines Beispiels für Kulturtourismus.
