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SILENTPLAY VICENZA
Fotografische Kunst
Die dritte Geschichte über Schönheit handelt von Caterina, einer Fotografin, die uns lehrt, uns im See zu spiegeln.
Weibliche Stimme - Ich bin Caterina. Meine Begegnung mit dem See liegt viele Jahre zurück. Kennengelernt habe ich ihn durch meine große Leidenschaft: die Fotografie. Und ich muss sagen, dieser Ort ist für mich ein magischer Ort geworden. Er hat mir unglaublich viel beigebracht. Vor allem hat er mich gelehrt, innezuhalten, zuzuhören und hinzuschauen – oder besser gesagt: wirklich zu sehen. Ich fotografiere den See zu jeder Jahreszeit und in jeder Stimmung. Meine Lieblingsjahreszeit ist der Winter. Der Winter bringt eine besondere Schlichtheit mit sich. Der See verliert seine kräftigsten Farben, die Kontraste werden sanfter. Die Bäume legen ihr Gewand ab, verlieren ihre Blätter und stehen nackt und allein in der Landschaft. Und genau dann scheint es mir oft, als würden sie mich rufen. Das ist der Moment, in dem ich Schönheit in ihrer höchsten Form wahrnehme – in ihrer Essenz, in ihrer Unverhülltheit. Der See schenkt mir dieses Gefühl vor allem im Winter. Ich sage oft, dass dieser See mir ähnelt. Unter seiner Oberfläche erkenne ich viele Seiten von mir selbst. Der See ist ein magischer Ort. Was ich durch die Fotografie wahrnehme und in Bilder zu übersetzen versuche, ist jedoch nichts, das nur mir vorbehalten wäre. Jeder kann diese Erfahrung machen – wenn er bereit ist, sich diesem Ort auf eine andere Weise zu nähern. Nicht mit dem Bedürfnis, unbedingt etwas zu tun. Nicht nur für einen Sonntagsausflug, ein Picknick, zum joggen, zum schwimmen oder eine Bootsfahrt. Sondern einfach, indem man innehält. Indem man hinschaut. Indem man zuhört. Und versucht, den See in seinem Wesen wahrzunehmen. Denn dieser See besitzt etwas zutiefst Wesentliches. Er kann uns wirklich überraschen. In seiner Stille schenkt er uns neue Bilder. Und vielleicht sogar eine tiefere Erkenntnis über uns selbst. Es ist ein Ort, der zur Stille einlädt. Zur Meditation. Zur Reflexion. Bleiben wir für einen Moment stehen. Laufen wir nicht weiter. Hören wir zu. Schauen wir hin. Und begegnen wir diesem See in seiner Stille und in seinem Wesen.
