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KÄRNTEN SILENTPLAY
Benediktinerplatz
Am Benediktinerplatz findet seit Jahrhunderten am Donnerstag und am Samstag der Wochenmarkt statt. Ich bin als Kind von meiner Mutter immer samstags zum Einkaufen geschickt worden, da ging es vor allem um Gemüse für die Suppe, für die Rindsuppe, aber auch für Rindfleisch und für Kärntner Käsnudeln, das haben wir immer frisch am Markt gekauft. Das ist der Begegnungsort, wo die Bauern der Umgebung ihre Produkte, ihre Waren hier in der Stadt anbieten und es ist ein Ort, der sich mittlerweile, könnte man sagen, da in Klagenfurt zu einem kleinen Naschmarkt entwickelt hat, so wie in Wien. Es kommen auch sehr viele Anbieter aus Italien, aus dem Friaul, aus Slowenien, die ihre ganz speziellen Produkte hier anbieten und es gibt Stände, da trinkt man ein Gläschen Wein oder auch ein Gläschen Grappa später dann. Und das Besondere am Markt ist ja einerseits, dass die alte Freiung ausgehängt ist, die diesen mittelalterlichen Markt markiert, als Markt kennzeichnet, es ist ja auch ein Marktrichter anwesend, der alles kontrolliert und es gibt hier die Statue des sogenannten "Steinernen Fischers". Man erkennt ihn an seinem Hut und an den Fischen, die zu seinen Füßen liegen und es sind zwei steinerne Gewichte dazu. Man erzählt sich die Sage, dass im 16. Jahrhundert der Fischer, der aus dem Wörthersee diese Fische gefangen hat, hier verkauft hat und das er beim Wiegen betrogen hat. Dann ist der Richter gekommen und hat ihn beschuldigt, dass er sich eben böswillig verwogen hat und mehr Geld verlangt hat und er hat gesagt: "Wenn ich mich verwogen habe, dann soll ich zu Stein werden." Plötzlich ward er zu Stein geworden und jetzt steht er seit hunderten Jahren hier am Benediktinerplatz als Mahnung für alle Verkäuferinnen und Verkäufer, das man es mit der Waage und dem Wiegen sehr genau nehmen muss. Es ist eine schöne Geschichte, die uns auch in der Zukunft immer weiter begleiten wird. Das mittelalterliche Marktrecht nachdem dieser Markt am Benediktinerplatz funktioniert hat und heute noch funktioniert ist Teil des Stadtrechtes. Über das Stadtrecht im Mittelalter kann man sich speziell im kärnten.museum im 2. Stock in einem Raum vertiefen, um zu sehen wie damals Rechtssprechung und Kontrolle funktioniert hat.
