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SILENTPLAY TARVIS
Von den Waldhütern
Hier im Wald gibt es auch zwei besondere Lehrpfade: den Lynx Trail und den Bear Trail.
Diese beiden Wege wurden speziell dem Luchs und dem Bären gewidmet und haben das Ziel, Besuchern – Einheimische wie Touristen – diesen faszinierenden Tieren näherzubringen. Es handelt sich um große Säugetiere, die in Italien sehr selten und zudem äußerst scheu sind. Der Luchs ist sogar das seltenste Säugetier überhaupt, aber auch den Bären zu Gesicht zu bekommen, ist äußerst schwierig. Die meisten Menschen werden diesen Tieren wahrscheinlich nie in freier Wildbahn begegnen. Dennoch ermöglichen diese Lehrpfade, mehr über sie zu erfahren und sie besser zu verstehen. Hier gibt es zahlreiche didaktische Tafeln und zwar nicht nur über den Bären. Entlang des Weges findet man lebensgroße Silhouetten vieler Tiere, die im Wald von Tarvis heimisch sind: den Wolf, den Goldschakal, die Wildkatze und andere. Zu den interessantesten Tieren dieser Region gehört sicherlich auch der Biber. Bereits im Jahr 2018 kam das erste Exemplar aus Österreich hierher. Dieses Tier gab es seit 500 Jahren nicht mehr in italienischen Gebieten. Wir haben das Glück, in einem Wald zu leben, der bis heute außergewöhnlich gut erhalten, gesund und weitgehend unberührt ist. Der Biber fand hier also perfekte Voraussetzungen, um sich anzusiedeln.
Der Luchs hingegen ist nicht nur das Geheimnisvollste, sondern auch das seltenste Tier der italienischen Tierwelt. In ganz Italien gibt es nur sehr wenige Exemplare. Wir vom Luchsprojekt setzen uns seit vielen Jahren dafür ein, diese Art zu schützen. Derzeit zeigt das Projekt positive Ergebnisse, denn die Zahl der Tiere nimmt langsam zu und wir hoffen, dass es uns langfristig gelingt, die Art vor dem Aussterben zu bewahren.
Die Tiere gezielt zu suchen, empfehle ich allerdings nicht. Man muss das Glück haben, ihnen zufällig während einer Wanderung zu begegnen. Das kann passieren – ist aber sehr selten, denn es handelt sich um überwiegend nachtaktive und äußerst scheue Tiere.
Die Tiere sind da, sie sind immer im Wald. Auch dort, wo wir jetzt gehen, sind sie vielleicht in der Nacht zuvor unterwegs gewesen – ohne dass wir etwas bemerken, denn selbst ihre Spuren sind nicht leicht zu entdecken. Vielleicht ein Abdruck im Boden, nieder getretenes Gras oder ein von den Krallen eines Bären zerkratzter Baum – all das sind Hinweise, die man nur mit etwas Erfahrung erkennt oder mit jemandem, der einen begleitet und zeigt, worauf man achten muss.
Der Wald ist übrigens nie wirklich still. Ich gehe sehr gerne in den Wald, um die Stille zu genießen – doch in dieser Stille verbergen sich unzählige Geräusche, die man nicht immer sofort wahrnimmt. Schon das leise Klopfen eines Spechts in der Ferne ist ein Geräusch, das eine ganz besondere Bedeutung hat.
