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KÄRNTEN SILENTPLAY
Lindwurm
Ja, am Neuen Platz steht ja der Lindwurm und dazu gibt es natürlich auch eine Sage. Der Lindwurm, das war ein Ungeheuer, das vor langer, langer Zeit im Sumpf gelebt hat, weil Klagenfurt war ja eine Stadt, die mitten im Sumpf war. Und dieses Ungeheuer hat sich natürlich immer die Ochsen geholt, hat die Menschen bedroht; die Leute wollten schauen, dass sie dieses Ungeheuer los werden und da sind sie auf eine Idee gekommen, wie man diesen Lindwurm fangen kann und zwar haben die Klagenfurter dann einen Turm gebaut aus Stein, haben auf diesem Turm eine Kette angehängt und einen großen Haken und auf diesen Haken haben sie dann einen Ochsen als Köder gespannt und der Lindwurm war dann sehr hungrig, ist gekommen und hat diesen Ochsen verschlungen, ist an der Kette hängengeblieben und dann konnten die tapferen Klagenfurt Söhne, die Töchter waren damals noch nicht dabei, bei diesen kriegerischen Handlungen, den Lindwurm erschlagen. So ist die Sage von Klagenfurt entstanden und der Lindwurm steht am Neuen Platz, heute als Statue und rund um den Lindwurm spielt sich sehr viel von der Klagenfurter Geschichte ab.
Ja, quasi jeder, der nach Klagenfurt kommt, möchte den Lindwurm sehen und besucht ihn und wenn man ihn so ansieht, den Lindwurm, er sieht ja nicht besonders erschreckend aus und was er besonders schön hat, er hat einen kleinen Ringelschwanz, einen geringelten Schwanz hinten und jedes Mal wenn ich dort vorbeigehe, denke ich mir, mei der Schwanz ist süß und schaue, ob er noch dran ist, weil im Laufe der Zeit gibt es immer wieder Vorkommnisse, dass der Schwanz beschädigt wird. Ungefähr vor 15 Jahren einmal musste er restauriert werden, weil jemand ihn mutwillig beschädigt hat. Die Schwanzbeschädigungen gibt es auch in der Geschichte, zur Zeit der Franzosenkriege hat ein französischer Soldat den Schwanz beschädigt und nach dem 2. Weltkrieg hat ein britischer Soldat ein Andenken, ein Foto machen wollen und hat sich auf diese Statue gesetzt und wieder auf den Schwanz und hat ihn abgebrochen. Und das finde ich immer so lustig, dass dieses große Tier so eine Schwachstelle hat.
Also der Lindwurm ist eine große Skulptur, die Anfang oder Mitte des 16. Jahrhunderts aus Stein gehauen wurde und zwar hat man den Kreuzbergl Schiefer verwendet. Kreuzbergl Schiefer wird ca. 2-3 Kilometer vom Stadtgebiet entfernt, abgebaut. Man kann heute noch den Steinbruch sehr gut sehen und man kann sogar diesen Stein auch im Museum sehen. Dort gibt es eine Stelle, wo der Stein ausgestellt ist, damit man auch sehen kann, wie das ausgesehen hat. Und interessant ist vielleicht, wir wissen ja nicht, welcher Bildhauer diesen Lindwurm geschaffen hat, aber wenn wir jetzt durch das Museum gehen, dann finden wir den Schädel eines Wollhaarnashorns, eines urzeitlichen Tieres. Diesen hat man vor unbekannter Zeit in der Lindwurmgrube am Zollfeld gefunden und wenn man sich den Lindwurm-Schädel von der Skulptur und diesen Wollhaarnashorn-Schädel anschaut, merkt man ganz deutliche Ähnlichkeiten. Also hat offensichtlich der Bildhauer der damaligen Zeit diesen Schädel als Vorbild genommen.
