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KÄRNTEN SILENTPLAY
Kreuzbergl-Schiefer
Willkommen im 2. Teil zum steinreichen Klagenfurt. Klagenfurt hat nicht nur den Pörtschacher Marmor, das weiße Gestein, sondern auch ein dunkles, metamorphes Gestein, was eben am Neuen Platz den Lindwurm-Brunnen ausmacht, aber auch der Landhaushof und noch viele weitere Gebäude haben dieses dunkle Gestein als Sockel, als Fundament in ihren Gebäudestrukturen drinnen. Es handelt sich um den Kreuzbergl-Schiefer, der im Westen Klagenfurts vorkommt, in der kleinen Hügelkette und dieser Kreuzbergl-Schiefer wurde lokal gewonnen und es gab sehr, sehr viele Steinbrüche aus diesen wurde der Kreuzbergl-Schiefer gewonnen. Der Kreuzbergl-Schiefer ist ein metamorphes Gestein, das heißt es ist ein Umwandlungsgestein, es ist mehrere Millionen Jahre alt, mehrere hundert Millionen Jahre alt und wurde ursprünglich sehr tief in die Erde versenkt, wurde dort zum Amphibolit und ist dann wieder an die Erdoberfläche gekommen, aber nicht auf dem direkten Wege, sondern ist nochmals in 5 oder 10 Kilometer Tiefe länger verweilt, wurde dort zum Grün-Schiefer umgewandelt, deswegen diese grüne Farbe, sonst wäre er komplett schwarz der Amphibolit geblieben und durch diese Umwandlung wurde er grün und ist jetzt eben anstehend am ganzen Kreuzbergl zu finden. Ein sehr charakteristisches Gestein und sehr festes Gestein mit einer nur schwachen Schieferung, weil er ursprünglich ein deutlich härteres Gestein war.
Einen dieser Steinbrüche findet man heute noch, das ist der heutige Botanische Garten des Landesmuseums, das Kärntner Botanikzentrum aber auch hinter dem Kreuzbergl-Kirchel, wenn man nach Westen läuft Richtung See, da findet man noch weitere kleine Steinbrüche, wo der Kreuzbergl-Schiefer gewonnen wurde. Der Kreuzbergl-Schiefer wurde auch verwendet zum Herstellen des Lindwurms am Neuen Platz. Der Lindwurm wurde als ganzes Stück aus einen dieser Steinbrüche gefertigt und dann mühsam an den Neuen Platz transportiert. Der Lindwurm wurde so rekonstruiert, oder besser: die Basis oder die Größe des Lindwurms geht auf den Schädel zurück, der 1350 in etwa gefunden wurde, in einer Schottergrube nördlich von Klagenfurt. Dort hat man einen riesigen Schädel gefunden, einen Oberkiefer von einem unbekannten Tier und man dachte, das wäre dieser Lindwurm, der früher im Moor, im Süden von Klagenfurt, gelebt hat und Menschen verschleppt hat, vielleicht auch umgebracht hat und als man diesen Schädel gefunden hat, wurde dieser Schädel im Saal des Bürgermeisters aufgehängt, als Trophäe das man den Lindwurm besiegt hat. Der Schädel hing an Ketten. Am Alten Platz gab es früher das alte Rathaus, dort wurde der Lindwurmschädel demonstrativ präsentiert oder repräsentativ aufgehängt das keine Gefahr mehr herrscht in der Stadt und die Bürger sich sicher fühlen können. 1848 kam ein Paläontologe vorbei und hat diesen Schädel begutachtet und festgestellt, dass dieser Schädel zu einem Wollhaarnashorn gehört, ein eiszeitliches Tier so ähnlich wie das Nashorn heute, nur mit Haaren, so ähnlich wie das Wollhaar-Mammut, lebte das Wollhaar-Nashorn auch zur Eiszeit im Gletscher-Vorfeld und dieses eiszeitliche Tier hatte dann für die Stadt keine Bedeutung mehr. Der Schädel ging somit zum neugegründeten Museum oder an den Naturwissenschaftlichen Verein des Landes Kärnten und ist dadurch das älteste gefundene Fossil Österreichs. Das ist das erste wirklich gesammelte Fossil Österreichs, das bis heute noch erhalten ist. Es ist ca. 600/650 Jahre alt und seitdem wirklich als Trophäe und als Ausstellungsobjekt zu sehen.
