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KÄRNTEN SILENTPLAY
Großen Wappensaal
Fromiller hat den Großen Wappensaal ab 1740 mit seiner ganzen Werkstätte und deren Künstlern ausgestaltet. Er war aber nicht der erste Künstler des Großen Wappensaals im Klagenfurter Landhaus. Ein gewisser Blumenthal hatte bereits den Auftrag ab 1590 den Raum auszukleiden.
Er hat um die 300 Wappen bereits an die Wände gebracht und es gab noch zahlreiche Darstellungen von Landeshauptleuten. Unglücklicherweise gab es aber in den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts einen großen Brand. Da der Große Wappensaal eine Holzdecke hat und kein Gewölbe, wie es für Besucher den Anschein erwecken soll, und so kam es leider zu einer großflächigen Zerstörung. Und Fromiller hat dann ab 1740 den Auftrag bekommen eine Neugestaltung des Großen Wappensaals zu machen. Er hat sich auf die ursprünglichen Wappen berufen, sodass er Großbuchstaben an die Wände aufbrachte, um eben eine alphabetische Reihenfolge an die Wände zu bekommen und er hat sich mit Überschriften begnügt. So kennen wir eben die Wappen der Landeshauptleute, der kirchlichen Landstände, der Landesverweser und der Landesvicedome, was eine große Hilfe heute ist für alle Besucher.
Neben den Wappen hat er aber auch einige wichtige Momente der Kärntner Geschichte an die Wände gebracht. Zum einen die Herzogeinsetzung mit der Darstellung des Fürstensteins, den man untenhalb des Gemäldes auch in Realität betrachten kann. Eine umgedrehte römische Säule, die man dann, wie einen Thron zur Herzogeinsetzung nutzte. Auf der gegenüberliegenden Seite ist die Entstehung der Stadt Klagenfurt porträtiert, und zwar sieht man hier in orange Kaiser Maximilian I., der den sogenannten Gabbrief 1518 an die Kärntner Landstände übergibt.
Damit wurde Klagenfurt zur Landeshauptstadt; vorher war es eben St. Veit an der Glan. Und auf der Decke, auch sehr wichtig, sehen wir die Erbhuldigung Karls VI., des Vaters von Maria Theresia, der in Klagenfurt ganz herzlich willkommen geheißen wurde, als er seine Ländereien erstmals besichtigte; 1728 gab es ein großes Bankett, wo die Vertreter der Erbämter zum Dinner gebeten wurden und hier mit einem Treueeid und einem Schwur nochmals symbolisch in ihre Funktionen eingeführt wurden. Der Große Wappensaal mit seinen 665 Wappen ist natürlich eine Fundgrube für alle Heraldiker, alle Wappenkundler, aber auch für alle Interessierten, die diesen Raum erstmals erkunden möchten. Und es gibt darin zwei Monitore, mit denen man wirklich auf die Wappensuche gehen kann. Denn wenn man hineinkommt, sieht man diese Fülle an Wappen und ist nicht sofort in der Lage dieses eine, nachdem man sucht, das vielleicht mit der Familiengeschichte oder mit einer bekannten Familie zu tun hat, zu entdecken. Und so haben wir nun die digitale Möglichkeit auf einfache Weise eine Wappensuche durchzuführen.
Einfach den Namen der Person eingeben, die einen Sitz im Landtag hatte und so führt einem der Monitor automatisch auf die richtige Wand und zeigt das Wappen und oftmals auch eine kurze Erklärung dazu.
