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SILENTPLAY VICENZA
Das Amphibien Projekt
Riccardo erzählt uns von einem Projekt, das den Amphibien des Fimon-Sees gewidmet ist.
Das Amphibienprojekt entstand teils aus meiner persönlichen Initiative, teils durch andere Leute aus der Gegend. Uns war aufgefallen, dass die Kröten, die früher in großer Zahl vorkamen, beinahe verschwunden waren. Früher konnte man im Frühjahr ihre Massenwanderungen beobachten – Szenen, wie man sie sonst nur aus Naturfilm Dokumentationen kennt. Doch nach und nach wurden sie immer seltener. Schließlich blieben nur noch kleine Restbestände im südlichen Teil des Seetals erhalten. Neben den großen Umweltproblemen unserer Zeit – Luftverschmutzung, Klimawandel und vielen anderen Faktoren – wollten wir verstehen, welche konkreten Ursachen am Fimon-See zu diesem Rückgang führten. Eine der wichtigsten Ursachen war das Auto. Vor allem an Wochenenden und in den Abendstunden, wenn die Lokale geöffnet sind, sind viele Menschen unterwegs. Die Kröten wandern jedoch meist nachts und werden dabei häufig überfahren. Ein weiteres Problem betrifft die jungen Tiere. Wenn sich die Kaulquappen zu kleinen Kröten entwickelt haben, verlassen sie das Wasser. Diese Neo Metamorphosierten, so werden die Jungtiere genannt, verlassen den See tagsüber, meist im Mai, an warmen und sonnigen Tagen. Fällt dieser Zeitpunkt auf ein Wochenende, wenn sich viele Menschen am See aufhalten, werden unzählige dieser winzigen Tiere zertreten. Sie sind kaum größer als Ameisen und bewegen sich in riesigen Gruppen fort. Bei einer Zählung entlang eines nur vierhundert Meter langen Straßenabschnitts kamen wir an einem einzigen Sonntag auf mehr als fünfzigtausend tote Tiere. Die Zahl war erschütternd.
Nicht, das die Menschen absichtlich auf sie treten würden, denn die jungen Amphibien sind so klein, dass man sie oft gar nicht bemerkt. Sie bewegen sich wie ein wandernder Ameisenstaat über den Boden. Deshalb begannen wir zunächst ganz einfach damit, erwachsene Tiere von der Straße zu retten. Kröten bewegen sich langsam, und schon diese Hilfe konnte viele Tiere vor dem Tod bewahren. Später entwickelten wir gemeinsam mit der Gemeinde und der Provinz weitere Maßnahmen. Während der Wanderungszeit werden die Uferbereiche nicht gemäht. Außerdem wurden Stege aufgebaut, damit Besucherinnen und Besucher den See umrunden können, ohne die jungen Amphibien zu gefährden. Die frisch verwandelten Tiere können unter diesen Stegen hindurch wandern. In bestimmten Zeiträumen wird sogar die Straße rund um den See gesperrt. All diese Maßnahmen haben eine bemerkenswerte Resonanz ausgelöst. Auch die Medien berichten darüber, und die Reaktionen der Menschen sind äußerst positiv. Viele sind neugierig geworden und kommen inzwischen gezielt hierher, um diese außergewöhnlichen Wanderungen der Amphibien zu beobachten.
